Die Aufzeichnungen in den vorliegenden Protokollbüchern zeigen, dass die Tradition der Maiversteigerungen bis zu den Wurzeln des Junggesellenvereins
zurück reichen.

Bis 1924 wurden die Mädchen, im Alter zwischen 16 und 30 Jahren, des Ortes Oberwinter namentlich auf einer Liste aufgeführt und die Junggesellen konnten auf diese bieten. Erstaunlich ist, dass schon in den frühen Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die Versteigerung der Mädchen in den Versammlungen des
Junggesellenvereins zu Diskussionen führte. In der Versammlung vom 26. April 1924 wurde beschlossen, den Maibaum des Ortes zu versteigern und somit den Maikönig zu küren.

In der heutigen Zeit kennt man in Oberwinter nur noch die Birke als Maibaum. Dies war bis 1955 nicht üblich. Vor 1955 wurde eine Buche als Maibaum auf dem
Marktplatz aufgestellt. Bis 1959 wurde zur Aufstellung das Maibaumloch händisch ausgehoben. Das Ausheben wurde durch Mitglieder des Junggesellenvereins ausgeführt. Im Jahr 1959 wurde erstmalig eine Stahlkonstruktion in einem Betonfundament in die Erde eingelassen, um die wiederkehrende Erstellung des Baumloches zu vermeiden. Dies ist bis zum heutigen Zeitpunkt in veränderter Form der Fall. In den früheren Jahren fanden die Maiveranstaltungen im Saal des Vereinslokales statt. Dies wandelte sich im Laufe der Zeit, auch begründet am Interesse an dieser traditionellen Veranstaltung.

Maibaumholen 29.04.1961 thumb

 

Heute lädt der Verein zum Aufstellen des Maibaumes auf dem Marktplatz ein und stiftet die Getränke für die Anwesenden. Im Gegenzug bittet er um eine Spende und stiftet diesen Erlös alljährlich einem guten Zweck. Der Maibaum wird an dem Abend versteigert und dem glücklichen Gewinner, nach Abbau, als Brennholz zur Verfügung gestellt.

 

Junggesellenverein Oberwinter: Traditionelles Maibaumaufstellen

Samstag, 30.04.2016

18:00 Uhr Marktplatz Oberwinter